im Kreistag Rhein-Sieg

Antrag: Fahrscheinloser Tag

Antragsinformationen
Antragsnr:6/2016
Antragsdatum:08.04.2016
Ausschuss:Ausschuss für Planung und Verkehr
Antragsstatus:Antrag angenommen
Kommentare:
Download:
Antragstext

Sehr geehrter Herr Landrat Schuster,

die Gruppe FUW-Piraten und die Fraktion DIE LINKE im Kreistag des Rhein-Sieg-Kreis bitten Sie den folgenden Antrag zum nächstmöglichen Termin auf die Tagesordnung der betreffenden Ausschüsse, bzw. des Kreistags zu setzen: Ein Fahrscheinloser Tag für den Rhein-Sieg-Kreis

Der Kreistag möge beschließen:

1. Die Kreisverwaltung prüft, welche Auswirkungen ein fahrscheinloser Tag im Rhein-Sieg-Kreis hätte und welche Tage für ein eventuelles Pilotprojekt zur kostenlosen ÖPNV-Nutzung geeignet wären. Insbesondere soll bei dieser Prüfung berücksichtigt werden, dass auch die Verwaltung der Stadt Köln einen solchen Tag plant. Hier soll die Möglichkeit geprüft werden, sich diesem Tag anzuschließen. Aber auch andere Daten, wie zum Beispiel anlässlich der Aktion „Autofreies Siegtal“ sollen in Betracht gezogen werden.

2. Es ist zu ermitteln, wie hoch die Einnahmeausfälle der Verkehrsunternehmen wären und wie sich ein solches Angebot auf das Fahrgastaufkommen auswirken würde.

Begründung:
Viele weitere internationale Städte und Kommunen gehen in der Verkehrspolitik fortschrittliche Wege: In über 50 Städten, z. B. in Frankreich, Schweden oder den USA, gibt es den fahrscheinlosen Nahverkehr für alle. Brüssel bietet seit 2003 an autofreien Aktionstagen die kostenfreie Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Eine deutliche Mehrheit der Brüsseler hält den autofreien Tag für eine gelungene Initiative. Laut Aussage der Stadt sinkt an diesen Tagen die Lärmbelastung um das 6- bis 8-fache, die Feinstaub- und Stickoxidbelastung ist 3-4 Mal niedriger.

Ein fahrscheinloser Tag würde dem Kreis viele Vorteile bieten:
1. Überregional könnte der Kreis mit einem fahrscheinlosen Tag einen attraktiven Image- und Tourismusgewinn für sich beanspruchen und werbewirksam einsetzen.

2. An bestimmten verkehrsüberlasteten Tagen könnte der Anteil am „Motorisierten Individualverkehr“ (MIV) spürbar gesenkt werden.

3. Bei Personengruppen, die bisher wenig oder gar nicht den ÖPNV nutzen, könnten Hemmschwellen durch einen fahrscheinlosen und kostenfreien Tag abgesenkt werden. Insgesamt könnten die Stadt und die Verkehrsbetriebe weitere Werbung für ÖPNV betreiben.

4. Insbesondere kann der soziale Aspekt eines solidarischen ÖPNV nicht hoch genug bewertet werden.

Durch all diese Effekte würde der Rhein-Sieg-Kreis menschenfreundlicher und lebenswerter werden.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Moersch

Marie-Luise Streng

Frank Kemper