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können Bürger und Bürgerinnen aus dem Rhein-Sieg Kreis ihre Anliegen formulieren, wir stellen dazu gerne einen Antrag im Kreistag!

 

Pilotprojekt Nulltarif - ticketloser ÖPNV

Antragsinformationen
Antragsnr:1/2015
Antragsdatum:09.03.2015
Ausschuss:Kreisausschuss
Antragsstatus:Antrag abgelehnt
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Antragstext

Antrag im Rahmen der Haushaltsberatungen: Pilotprojekt Nulltarif

Sehr geehrter Herr Landrat,

die Kreistagsfraktion DIE LINKE sowie die Kreistagsgruppe FUW-Piraten beantragen im Rahmen der Haushaltsberatungen 800.000,- € für das Pilotprojekt Nulltarif bereit zu stellen.

Begründung:
Die Verkehrssituation im Rhein-Sieg-Kreis ist zunehmenden Belastungen ausgesetzt. Nur in wenigen Fällen kann mit dem Ausbau der Infrastruktur Entlastung geschaffen werden. Ein möglicher Lösungsansatz wäre, die Attraktivität des ÖPNV zu steigern, um darüber eine Entlastung des Individualverkehrs zu erreichen. Die Frage wie weit eine Steigerung der Fahrgastzahlen steigen würden, wenn ein Nulltarif eingeführt würde soll durch ein entsprechendes Pilotprojekt ermittelt werden. Ebenfalls soll dadurch geprüft werden welche Einsparungen sich dadurch ergäben.

Die Summe von 800.000,- € setzt sich aus 100.000,- € für die wissenschaftliche Begleitung des Projekts, einschließlich der Datenerhebung, und bis zu 700.000,- €, als Ausgleich für den Einnahmeausfall der RSVG, zusammen.

Zur Gegenfinanzierung regen wir an, die geplanten Zuschüsse für das Festspielhaus Bonn zu streiche.

Pilotprojekt Nulltarif
Zwei Buslinien, eine im eher städtischen Bereich, eine im ländlichen, sollen im Rahmen eines Pilotprojektes fahrscheinlos betrieben werden. Die kreisangehörigen Kommunen können sich um die Linien bewerben. Anschließend soll der Kreistag aus den eingehenden Bewerbungen auswählen. Die Einnahmeausfälle der RSVG sollen vom Kreis ausgeglichen werden.

Mit der Umsetzung dieser Forderung soll eine Datenbasis zur Erstellung eines zukunftsweisenden Konzepts für den ÖPNV ermittelt werden:
• Wie weit steigen die Fahrgastzahlen beim Nulltarif?
• Wie hoch sind die Einnahmeausfälle, die von Kreis ausgeglichen werden müssen?
• Sind Taktverdichtungen notwendig, wenn ja, in welchem Maße?
• Um wieweit lässt sich der Individualverkehr durch den Nulltarif reduzieren?
• Welche Einsparungen sind, durch die Einführung eines Nulltarifs, bei Bau und Erhalt von Straßen zu erwarten?
• In wieweit sinkt die Umweltbelastung nach Einführung einer Buslinie zum Nulltarif?

Während sich in städtischen Gebieten eher die Frage stellt, ob sich mit diesem Konzept eine signifikante Reduzierung des Individualverkehrs erreichen lässt, soll in den ländlichen Gebieten erprobt werden, ob sich auf diesem Weg eine deutliche Attraktivitätssteigerung des ÖPNV und des ländlichen Raums insgesamt erreichen lässt.

Würde beispielsweise die Linie 522 (Uckerath-Hennef) fahrscheinlos gestellt, so wäre eine Reduzierung des Individualverkehrs von bis zu 10% zu erwarten. Angesichts der Tatsache, dass eine Umgehungsstraße schon seit Jahrzehnten gefordert wird, und immer noch nicht klar ist, ob diese jemals kommt, wäre dies ein Weg die Anwohner sofort zu entlasten.